Stellt euch vor, es klingelt an eurer Tür. Mühsam drückt ihr euch aus der Popokuhle in eurer Couch, schüttelt ein paar Chipskrümel von der Jogginghose und schlurft zur Tür. Nur stehen da diesmal wundersamerweise nicht die Leute, die mit euch über Gott sprechen wollen oder die Avon-Beraterin – sondern ich. Und ich halte keine Bibel in den Händen, sondern etwas anderes.

Meine Geschichte.

Ich gebe zu, es ist mir ein wenig unangenehm, weil ich bin ja nicht der Typ, der von Tür zu Tür tingelt. Aber zum Glück gibt es das Internet, da geht das viel einfacher.
Nämlich so:

„Guten Tag, mein Name ist Jessica Wagener und ich schreibe ein Buch. Darin geht es um meine wunderbare Weltreise und den blöden Krebs. Um Angst und Mut. Leben und Tod. Tiefsinnige Gespräche mit Krabben. Die Reise zu sich selbst. Und am Rande auch ein bisschen um die Liebe. Aber nur ein bisschen. Ach, und es gibt jede Menge Schnaps.“

Hellhörig geworden?

Na, bitte. Es geht doch.

Jedenfalls begann alles mit diesem Blog. Und vor allem mit euch. Ihr habt meine Geschichten geteilt und mir mit euren Kommentaren Mut gemacht, eure Gefühle mitgeteilt, mich unterstützt.

Das ist wunderbar und hat viel bewirkt. Zum Beispiel, dass ich diese persönliche Geschichte auf genau diese Weise überhaupt weitergeschrieben habe, obwohl ich da anfangs schon etwas unsicher war. Und auch, dass eine Lektorin des Rowohlt-Verlags auf das Blog aufmerksam wurde und mich fragte, ob ich mir vorstellen könnte, daraus ein Buch zu machen.

Ich konnte.

In den vergangenen Monaten habe ich mich selbst in den Schreibknast gesperrt und mir den ganzen Lebensstoff von der Seele geschrieben. Einiges musste kürzer werden, anderes länger. Einiges dichter, anderes luftiger. Denn die gesamte, große, ganze Geschichte ist schon anders als die kleinen Schlaglichter, die ich mit den Blogtexten auf Einzelnes geworfen habe.

Und jetzt ist es fast fertig, das Buch zum Blog. „Narbenherz“ heißt es und man kann es schon bestellen.

Ich hoffe, es tut euch vielleicht so gut wie mir.

Danke. <3