Ja, 2020 war ein Arschloch. Ob 2021 besser wird? Schwer zu sagen. Aber gibt trotz aller Zweifel und Ängste ein bisschen Grund zur Hoffnung.

Was für ein Jahr. Was für ein Drecksmistsaukackjahr. Ein Jahr, das mit seiner Unerbittlichkeit den üblichen Endjahres-Furor, diesen Zauber, der jedem Anfang innewohnt, fast völlig erstickt hat.

Anstelle des sonst üblichen Hoffnungsschimmers, dass im neuen Jahr endlich wirklich echt alles besser wird – immerhin ein bisschen, also vielleicht – stößt um Mitternacht der mickrige Wunsch, die Menschheit würde 2021 wenigstens aufhören, sich derart enthusiastisch selbst zu vernichten, mit an. Und zwar nicht klirrend, sondern eher mit einem nihilistischen „Plonk“.

Ich will gar nicht anfangen zu wiederholen, was mich 2020 alles dazu veranlasst hat, so regelmäßig zu facepalmen, dass ich davon quasi Hornhaut in den Handflächen bekommen habe. Und dann dieses schmerzhafte Gehirnkräuseln direkt hinter der Stirn beim Lesen von Nachrichten. Und Twitter.

Hier ein Video, das 2020 eindrücklicher zusammenfasst, als ich es je könnte:

Auch für mich persönlich war es ein schwieriges Jahr, darüber habe ich hier und hier schon mehr geschrieben. Nach Weihnachten verbringe ich dank Pandemie auch Silvester allein. Das ist okay. Ich werde ins neue Jahr schlafen. Mehr hat 2020 nicht verdient. Und da weder Viren noch „querdenkende“ Verschwörungsmythologen geschweige denn Sexist*innen, Kapitalist*innen, Diktator*innen, Nazis, Terrorist*innen, Scheuer, Seehofer, verstrahlte JuLis oder Startup-Dude-Bros mit Schlag Mitternacht verschwinden oder sich in etwas Harmloses, Knuffiges, Soziales oder gar Kompetent-Konstruktives verwandeln, will ich 2021 nicht direkt mit unrealistischen Erwartungen überfordern. Außerdem lebe ich in Schottland und naja, Brexit halt.

Trotzdem hat es auch 2020 trotz größter Bemühung noch nicht geschafft, die Hoffnung komplett auszulöschen. Sie schimmert wie ein kleines Teelicht in all der Dunkelheit.

Hier eine Übersicht mit guten Dingen, die 2020 passiert sind:

 
 
 
 
 
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von so you want to talk about… (@soyouwanttotalkabout)

Ich fand auch diesen Artikel recht erbaulich; es geht darum, was Menschen auf der ganzen Welt durch Proteste 2020 erreicht haben. Gar nicht so wenig.

Und für diesen ze.tt-Text (damals, als ich noch für ze.tt schrub… die Älteren unter uns erinnern sich) habe ich drei Aktivist*innen gefragt, wie sich die Welt ein Stückchen besser machen lässt. Einer davon, Joshua, sitzt inzwischen in Hongkong im Gefängnis. Und gibt nicht auf. In seiner Kolumne schrieb er: „[I]ch bin überzeugt, dass mich weder Gefängnisgitter noch ein Ausschluss als Kandidat von der Wahl oder andere willkürliche Machtdemonstrationen vom Aktivismus abhalten können.“ Mich hat das sehr berührt. 

Neues Jahr, neues Unglück?

Keine Ahnung, was uns im neuen Jahr so blüht. Wahrscheinlich will ich’s auch gar nicht wissen. Ebenfalls keine Ahnung, wann ich 2021 wieder zum Bloggen kommen werde. Im Januar geht das neue Semester los und Arbeit und Uni vor Pandemie-Hintergrund sind widerlich anstrengend. Vor allem, weil alles immer Schreiben ist. Mein Kopf kann gar nicht so viele Gedanken produzieren, wie er müsste. Auch, wenn das Studium grundsätzlich Spaß macht. Naja, wir werden sehen. Oder wie Omi immer zu sagen pflegte: „Es kommt sowieso alles, wie es kommen soll.“

Ob ich gute Vorsätze habe? Haha. Nein. Also, außer psychisch, physisch und finanziell zu überleben. Und vielleicht mal wieder Freund*innen treffen. Irgendwann.

Es ist übrigens okay, 2020 keinen eigenen Sauerteig angesetzt oder Bananenbrot gebacken, keine neue Sprache gelernt oder ein elaboriertes Hobby aufgenommen zu haben. Das ganze Jahr 2020 war anstrengend, auslaugend und ätzend. Da ist rumliegen und atmen und an die Decke oder auf den Bildschirm starren und irgendwie weitermachen, nur ein bisschen, mehr als genug.

Hier ein paar Dinge, auf die ich mich 2021 vage freue – falls ich die Energie dazu aufbringen sollte:

Oh, und natürlich absolut nicht zu vergessen:

Außerdem: HALLO, IMPFSTOFF!

Ich wünsche euch für 2021 Gesundheit, Liebe, Mut, Kraft, Käsetoast und immer eine Hand zum Halten. Wir sehen uns auf der anderen Seite. Guten Rutsch!


Hier sind weitere Texte zum Thema Weihnachten:


PS: Ich bin freie Journalistin, Autorin und Studierende und das Betreiben dieses Blögchens kostet – genau wie alles andere im Leben – ein wenig Geld. Wer also mag, kann hier via Paypal ein bisschen Trink-, äh, Schreibgeld dalassen. Dankeschön! <3

Startseite » aktuell » Verpiss dich, 2020 – (kein) Jahresrückblick