07 Jul

Drei Tage Trauer – es wird besser

Wenn die Trauer am ersten Tag im Brustkorb tobt und wütet wie ein eingesperrtes Tier, mit ihrer ganzen Kraft immer wieder von innen an die Rippen donnert, sich mit ihrem gesamten Gewicht unkontrolliert gegen alles schmeißt, sich windet wie ein stachliger Feueraal in rohem Fleisch und du nur nach Luft schnappen und den Mund weit aufreißen kannst in einem stummen Schrei aus deiner Tiefe und alles ist Klagen und Tränen.

Und wenn die Trauer dann am zweiten Tag nicht mehr brüllt, nur noch knurrt und rumpelt, gelegentlich aufheult und an den Knochen kratzt und du mit den Zähnen knirschst und die Tränen nur noch fließen, nicht mehr strömen.

Und wenn die Trauer am dritten Tag bloß noch brennt und ziept, das Herz randvoll mit Schwere füllt wie mit flüssigem Blei. Wenn der Schmerz über das Herz schwappt wie kleine Wellen, eine mit jedem Atemzug, und die Tränen bloß noch tropfen.

Wenn die Abstände zwischen den tiefen Schluchzern immer größer werden, wenn du die Stille wieder hören kannst und denkst: Ich will keinen Kummer mehr. Ich will einfach nicht mehr weinen.

Dann wird es besser.

Ganz vorbei geht es nie. Aber es wird besser.