17 Apr

So aufwühlend war meine Township-Tour

Wenn ich bei dem Wort „Smiley“ von nun an immer an verbrannte Schafsköpfe denke, ist es Chippas Schuld. „Eine Delikatesse. Wir legen sie ins Feuer, damit das Fell abbrennt. Durch die Hitze verzieht sich die Haut zu einem Lächeln. Darum nennen wir sie Smileys“, sagt der Guide unserer Township-Tour und wischt sich lächelnd ein paar Dreadlocks aus dem Gesicht.  Weiterlesen…

13 Apr

Ist die Liebe immer nur ein Spiel?

„Typen wollen immer, was sie nicht haben können. Wir sind Spieler.“ Der rotblondbärtige Mann sieht mich über seine Bierflasche hinweg schulterzuckend an und nimmt dann einen Schluck aus seinem Jack Black. Ich zucke ebenfalls mit den Schultern: „Tja. Männer sind eben manchmal Idioten.“ Ja, es geht um die Liebe. Weiterlesen…

10 Apr

Die Cool Kids in Cape Town

„Ja, Baby – das Kap-Wetter ist launischer als jedes Model“, sagt Hostelbarkeeper Lucas, als ich zum dritten Mal umgezogen an ihm vorbeigehe. Ich performe einen Catwalk bis zur Tür. Lucas pfeift und ich starte kichernd meinen Spaziergang durch Cape Town. Vormittags hielt mich platternder Herbstregen im Zimmer gefangen, inzwischen glitzert die Sonne über dem Tafelberg. Trotzdem friere ich ein wenig – in Afrika.  Weiterlesen…

07 Apr

Farben und Menschen in Südafrika

„Wenn du hier liegen bleibst, steigst du aus und rennst um dein Leben.“ Taxifahrer Joe fixiert meinen Blick im Rückspiegel. Er scherzt nicht. Auf dem Weg vom Cape Town International Airport in die „City Bowl“ passieren wir mehrere Townships. „Von deinem Auto bleibt eh nichts mehr übrig, sie nehmen alles mit – Reifen, Türen, Sitze. Aber eigentlich ist es sehr schön hier.“ Ich schlucke trocken. Willkommen in Südafrika.

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26 Mrz

Tango in Buenos Aires

„NO! No, no! You have to trrrust yourrr parrrtnerrr!“ Die elfenhafte Tango-Lehrerin Laura knurrt Befehle wie ein SS-Offizier. Nun, wir sind in Argentinien und tanzen Tango in Buenos Aires. Und das mit dem Vertrauen ist heikel, wenn man sein Gegenüber erst vier Minuten kennt und es sich um einen schmerbäuchigen Kettenraucher im Jethro-Tull-Shirt handelt.  Weiterlesen…

15 Mrz

Sturm in der Seele in Buenos Aires

Es regnet an vier Stellen ins Zimmer. Donner lässt die kleine Fensterscheibe klirren. Ich liege in meinem schmalen Bett und wundere mich, dass Buenos Aires im Spätsommer zu so dramatischen Unwettern fähig ist. Seit Ende Februar wohne ich im Stadtteil San Telmo, nach Monaten mit rumorenden, schnarchenden Mitreisenden in Hostels endlich allein.  Weiterlesen…

18 Jan

Vorurteile und Favela

Frauen, die auf Sushi starren. Also eine. Nämlich ich. „Don’t you want some?“ fragt mich Mode-Redakteurin Maria, während sie mit ihren ästchenzarten Armen Maki, Nigiri, Sashimi und Tempura auf ihren Teller häuft. Der kleine Knick in meiner Matrix: Wir befinden uns nicht in einem von Rios stylishen Japanrestaurants, sondern in einer Favela. Einem Elendsviertel.  Weiterlesen…

07 Jan

Rio de Janeiro macht glücklich

Wenn wir jetzt abstürzen, ist es meine Schuld. Obwohl wir uns im Landeanflug befinden, ist eines meiner „electronic devices“ mutwillig eingeschaltet. Mein iPhone, ich muss ein bestimmtes Lied auf Repeat hören: „Agua de Beber“. Die Melodie pulst im Ohr, der Ausblick flauscht im Bauch: Die Sonne ist grad aufgegangen, schwarzgrüne, scharfkantig aufragende Bergkämme zerschneiden pastelldunstige Wolkenschleier. Mein Zeigefinger malt ein unsichtbares Herz auf das Bullauge. Ich lande nicht irgendwo, ich lande in Rio de Janeiro. In der besonderen Stadt. Weiterlesen…

27 Dez

So funktioniert das Leben in Kuba

„No hay regalos en Cuba.“ In Kuba gibt es keine Geschenke. Der Taxifahrer zuckt mit den Schultern, ein Klümpchen Asche fällt von seiner illegalen Cohiba auf den aufgeplatzten Ledersitz des 1955er Buick Roadmaster. Für die Fahrt von der Altstadt Havannas ins Hotel Nacional hatten wir sechs CUC (Cuban Convertible Peso) vereinbart. Jetzt will er acht – weil er einen Umweg gefahren ist.  Weiterlesen…

03 Dez

Meine Kurzzeitehe in Miami

Noch bevor ich die Augen aufmache, höre ich seine Gitarre. Luis‘ Mädchenfinger kratzen sachte über die Saiten. Er sitzt auf dem Balkon, hinter ihm glitzert der opalblaue Atlantik. Auf dem runden Tischchen steht Frühstück: frischer Kaffee, frische Mango. Ich lächle verschlafen, sein Bart lächelt zurück. Welcome to Miami.  Weiterlesen…

30 Nov

Musik ist überall in New Orleans

Sie fliehen vor der Musik. Der weißhaarige Klarinettist, ein Cousin Gandalfs in Lederjacke, kichert vorm Café Beignet dem davoneilenden Pärchen hinterher. „Einwohner. Sie haben manchmal einfach die Schnauze voll von der ganzen Musik und rennen weg.“ Kann mir nicht passieren. Wegen Jazz und Swing und Blues und so bin ich doch in New Orleans.  Weiterlesen…