29 Jan

Ansteckende Freundlichkeit in Rio

Der alte Mann am Strand von Rio schlurft durch den Sand, seine Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern. „Biscoitos. Biscoitos Globo. Biscoitos.“ Ich kenne seine Geschichte nicht, aber sie hat ihn ein Stück weit gebeugt. Auf seinem Hemdsärmel sind getrocknete Blutflecken, auf der rechten Schläfe hat er einen blauen Fleck. Ob er gestürzt ist? Seine zu große Hose ist ausgefranst und seine Füße sind wund und knorrig. Der Mann ist bestimmt weit über 70 – und er verkauft Kekse am Strand von Ipanema. Mein Herz zieht sich zusammen, ich denke an Oma und Opa und wie gut wir es doch haben bei uns in Deutschland. Dort würde er vermutlich ignoriert, bestenfalls, mit mitleidigen oder angeekelten Blicken beworfen, mindestens. Weiterlesen…

14 Jan

Die trügerische Stimme in meinem Kopf

Ob der Mann weiß, was er auslöst?

Ich bin gerade im Stadtzentrum von Rio aus der Kapelle eines alten Klosters ins Tageslicht zurückgetreten, ich muss blinzeln, es ist so hell. Auf den Stufen ist mir ein Mann entgegengekommen, rosa T-Shirt, Shorts, Handy am Ohr. Ein Teil von mir hat gemerkt, dass er mich eindringlich angesehen hat. Ein paar Sekunden lang. „Das kann nicht sein, das bildest du dir bestimmt ein“, hat die Stimme in meinem Kopf gesagt, wie sie es jedes Mal sagt, wenn mich ein Fremder lange und intensiv anstarrt. Ich höre sie kaum noch.

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20 Dez

Es ist okay, immer an denselben Ort zu reisen

[Dieser Text zur Erklärung meiner 4. Reise nach Rio; im Original erschienen auf Travelbook.de]

Früher habe ich sie belächelt und verachtet: Leute, die immer wieder an denselben Ort reisen. Erfahrungsfaule Spießer, risikoscheue Gewohnheitstiere, Langweiler. Ihre Aura müffelte nach Geranien und braungestreiftem Dauercamper-Vorzelt in Timmendorf, vielleicht noch nach Hotelpool-Chlor in Alicante. Weiterlesen…

05 Okt

Die schönsten Bilder von meiner Weltreise

Eine lange Reise hinterlässt immer Spuren, die meisten davon sieht man nicht. Einige Momente aber kann man in Bildern festhalten. Oder es zumindest versuchen.

Natürlich bringt man unzählige Fotos von so einer Weltreise mit, aber um euch einen langatmigen, langweiligen Dia-Abend zu ersparen – ich habe meine bewegendsten, berührendsten, besondersten Augenblicke für euch rausgesucht. War gar nicht so einfach…

03 Mrz

Begegnung im Karneval von Rio

Es ist fast Nacht und noch immer höllisch heiß in Rio. Ich sitze am Strand von Ipanema auf der Promenadenkante zwischen zwei Faveladas aus dem Complexo Alemão, Vanessa und Juliana. Wir trinken Dosenbier und plaudern auf Portugiesisch über Deutschland und warum sie es super finden. Zumindest glaube ich das.
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08 Nov

In 50 Bildern um die Welt.

Eine lange Reise hinterlässt immer Spuren, die meisten davon sieht man nicht. Einige Momente aber kann man in Bildern festhalten. Oder es zumindest versuchen.

Natürlich bringt man unzählige Fotos von so einer Weltreise mit, aber um euch einen langatmigen, langweiligen Dia-Abend zu ersparen – ich habe meine 25 bewegendsten, berührendsten, besondersten Augenblicke für euch rausgesucht. War gar nicht so einfach…

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31 Okt

Ein Jahr.

Ich bin in meinem Hafen. Der Herbstwind wischt mir den Pony ins Gesicht, mit dem übrig gebliebenen Auge sehe ich dem Schiff nach und ziehe meinen Schal fester. „Hamburg Süd“ steht auf einem der weißgrauen Metallcontainer. Die habe ich zuletzt in Buenos Aires wahrgenommen – aber da hieß der Fluss nicht Elbe, sondern Rio de la Plata. Als im März mein Herz beim Anblick der Hamburg-Container für einen Wimpernschlag aussetzte, löste sich der klemmende Zuhause-Schalter in meinem Herzen.  Weiterlesen…